Ein Zaun ist eine von Menschen geschaffene Form der
Einfriedung. Er trennt zwei Bereiche dauerhaft oder auf Zeit durch eine klar erkennbare Abgrenzung. Geschieht das mit der Absicht, Tiere einzuschließen, spricht man auch von Gatter oder Pferch. Ein Zaun besteht für gewöhnlich aus Holz, Metall oder Kunststoff. Aus Stein oder Beton errichtete Abgrenzungen fallen hingegen unter den Begriff Mauer. Ein Zaun kann zweierlei Funktionen erfüllen, je nachdem, ob man davor oder dahinter steht. Er kann einerseits einsperren und andererseits ausgrenzen. Aufgrund dieser Wirkungsweisen unterscheidet man historisch zwischen zwei Arten von Zäunen: Weidezäune und Gatter wurden errichtet, um Tiere einzusperren. Also um zu verhindern, dass Vieh von der Weide oder aus dem Stall weglaufen konnte.
Gartenzäune dagegen sollten Gärten schützen und verhindern, dass Pflanzen aus dem Gemüsegarten gestohlen oder vom Vieh gefressen wurden. Heute ist es nur mehr schwer vorstellbar, welch große Bedeutung Weide- und Gartenzäune in früheren Jahrhunderten zur Sicherung von Nahrungsquellen für die Menschen gespielt haben müssen.
Zäune als Besitzabgrenzung von Grundstücken aufzustellen, ist ein relativ junges Phänomen. Es steht im Zusammenhang mit dem Wandel der Gesellschaft von einer bäuerlichen zu einer handwerklichen bzw. industriellen Arbeitskultur. Davor wurden Besitzgrenzen nur auf Feldern und Wiesen lose durch Grenzsteine markiert. Erst um die Jahrhundertwende begann man damit, Grundstücke auch im Dorf für jedermann sichtbar voneinander zu trennen. Zäune bekamen eine neue Funktion und dienten nun dazu, das eigene Heim und die Privatsphäre vor anderen zu schützen. Der vermehrte Einsatz von Zäunen zu diesem Zweck geht auf den Beginn des Baus von nicht-landwirtschaftlichen Wohnhäusern in Dörfern zurück.